So empfiehlt eine KI eine Firma
Zum Einstieg
Worum geht es?
Was bringt mir das?
Sie verstehen in fünf Minuten, wie aus einer Kundenfrage an ChatGPT eine Empfehlung wird — und warum eine schöne Website dafür nicht reicht. Und Sie halten fest, ob die KI Sie heute schon kennt. Nur so sehen Sie später, was sich verändert hat.
Immer mehr Menschen fragen nicht mehr Google, sondern einen KI-Assistenten: ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot oder Perplexity. Statt zehn blauen Links bekommen sie eine fertige Antwort — oft mit zwei, drei Firmen, die die KI empfiehlt. Wer dort nicht vorkommt, kommt für diesen Kunden nicht vor.
Damit eine KI Ihre Firma empfiehlt, müssen vier Dinge passieren: Sie muss Ihre Website finden, verstehen, wofür Sie stehen, Ihnen vertrauen — und Sie als passende Lösung für genau diese Frage auswählen. Jede Lektion dieses Kurses arbeitet an einem dieser vier Punkte.
Das Wichtigste vorweg: Eine KI sucht anders als ein Mensch. Aus einer Frage wie „Welcher Händler in Vorarlberg verkauft E-Bikes mit eigener Werkstatt?“ macht sie im Hintergrund mehrere Teilfragen — etwa „E-Bike Fachhandel Vorarlberg“, „E-Bike Werkstatt Dornbirn“, „Erfahrungen E-Bike Händler Vorarlberg“ — und sucht zu jeder davon Quellen. Google nennt das Query Fan-Out. Ihre Website muss diese Teilfragen beantworten, nicht ein einzelnes Suchwort treffen.
Und: Die KI liest nicht nur Ihre Website. Sie liest auch, was andere über Sie schreiben — Kunden, Zeitungen, Verzeichnisse, Videos. Deshalb hat dieser Kurs zwei Hälften: Lektion 2 bis 8 arbeiten an Ihrer Website und Ihren Daten, Lektion 9 an dem, was außerhalb über Sie zu finden ist.
Zum Schluss ehrlich: Es gibt keine Garantie. OpenAI sagt selbst, dass ChatGPT seine Quellen nach Relevanz und Verlässlichkeit auswählt und niemand eine Platzierung kaufen oder erzwingen kann. Was Sie tun können: der KI die Arbeit so leicht machen, dass sie gar nicht anders kann, als Sie zu verstehen.
Vorsicht vor „GEO-Tricks“
Für dieses Thema gibt es viele Namen — GEO, AEO, „LLM-Optimierung“ — und noch mehr angebliche Geheimtipps: eine Datei namens llms.txt, Absätze mit genau 50 Wörtern, ein spezielles „AI-Schema“, versteckte Befehle im Seitentext. Google sagt dazu klar: Nichts davon braucht es, und Google Search ignoriert llms.txt. Was wirkt, ist grundlegender — und steht in den nächsten neun Lektionen.
Schritt 1 von 6
Einen KI-Assistenten mit Websuche öffnen
ChatGPT, Gemini, Copilot oder Perplexity — alle lassen sich gratis und ohne Abo nutzen. Wichtig: Die Websuche muss eingeschaltet sein (bei ChatGPT das Weltkugel-Symbol „Suchen“ unter dem Eingabefeld; Perplexity sucht immer). Ohne Websuche antwortet die KI nur aus dem Gedächtnis — und kennt kleine Firmen fast nie.
Schritt 2 von 6
Fünf Fragen wie ein Kunde stellen
Nicht Ihren Firmennamen — die Frage eines Kunden, der Sie noch nicht kennt. Vorlagen: „Welcher [Betrieb] in [Region] kann …?“, „Was kostet … bei einem Fachhändler in …?“, „Welchen Online-Shop für … empfiehlst du?“, „Vergleiche … mit … — was passt für mich?“, „Wer repariert … in …?“ Nehmen Sie die Wörter, die Kunden am Telefon benutzen.
Schritt 3 von 6
Antwort lesen und vier Dinge notieren
Erstens: Wird Ihre Firma genannt? Zweitens: Wird Ihre Website als Quelle verlinkt — meist als kleine Zahl oder Fußnote am Satzende? Drittens: Werden Sie empfohlen oder nur erwähnt? Viertens: Wer wird stattdessen genannt? Diese vier Spalten sind Ihr Startwert.
Schritt 4 von 6
Die Quellen der Mitbewerber ansehen
Klicken Sie die Quellen hinter den genannten Firmen an. Ist es deren Leistungsseite? Ein Bewertungsportal? Ein Zeitungsartikel? Ein Verzeichnis? Schreiben Sie die Art der Seite dazu. Das sind die Orte, an denen auch Sie vorkommen wollen — darum geht es in Lektion 9.
Schritt 5 von 6
In einem zweiten Assistenten wiederholen
Dieselben fünf Fragen in Gemini oder Perplexity. Die Antworten unterscheiden sich oft stark — und genau das zeigt, dass Sie nicht auf einen Assistenten hin arbeiten, sondern auf alle.
Schritt 6 von 6
Startwert festhalten
Datum, fünf Fragen, Ergebnis je Assistent in den vier Spalten — Zettel oder Notiz-App. In Lektion 10 wiederholen Sie genau diese Fragen und sehen, was sich bewegt hat.
So sieht das aus
Beispiel: Ein Fahrradhändler fragt ChatGPT
Das Radhaus Rheintal in Dornbirn — unser erfundenes Beispiel durch den ganzen Kurs — fragt mit eingeschalteter Websuche: „Welcher Händler in Vorarlberg verkauft E-Bikes und hat eine eigene Werkstatt?“ ChatGPT nennt zwei Mitbewerber, das Radhaus nicht. Die Quellen: bei einem die Seite „E-Bike-Service & Werkstatt“ mit Preisliste, beim anderen 140 Google-Bewertungen und ein Bericht in der Regionalzeitung. Das Radhaus hat seine Werkstatt seit zwölf Jahren — auf der Website steht sie in einem Nebensatz auf der Startseite.
Genau das ist der Startwert: Die KI empfiehlt nicht die beste Werkstatt, sondern die, die sie als Werkstatt erkennen kann.
Vorsicht
Typischer Fehler: Nach dem eigenen Firmennamen fragen — und beruhigt sein
Fragen Sie „Was ist das Radhaus Rheintal?“, findet die KI Sie natürlich und fasst Ihre Website zusammen. Das sagt nichts. Entscheidend ist die Frage des Kunden, der Sie noch nicht kennt: „Wer repariert E-Bikes in Dornbirn?“ Nur dort zählt, ob Sie vorkommen.
Jetzt sind Sie dran
Mach das jetzt
Halten Sie fest, wo Sie heute stehen — Zettel oder Notiz-App, Hauptsache mit Datum:
„Lektion abschließen“ unten hakt die Lektion ab. Ihre Haken werden in diesem Browser gespeichert und erscheinen auch in der Abschluss-Checkliste.

